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Homeoffice – Fluch oder Segen?

Serie Führen auf Distanz

 

Welcher Homeoffice Typ sind Sie? Sie stehen am Morgen auf, werfen eine Blick auf Ihre Agenda und denken:

A) Hurra, ich schlaf aus und bin den ganzen Tag im Pischi – merkt eh keiner.
B) OMG! Heute wieder 5 Stunden non-stop Video Calls – ich dreh durch.

Vermutlich können Sie sich mit beiden Typen identifizieren – je nach Gemütslage. Auf jeden Fall ist klar: Homeoffice hat sich unter dem Druck der Covid-19-Pandemie von der New-Work-Kür zur rechtlichen Pflicht gewandelt. Nach einem Jahr Erfahrung haben wir zwar einige Erkenntnisse in Bezug auf Homeoffice gewinnen können, aber dennoch befinden wir uns immer noch mitten in der Transformation zu einem sogenannten «new normal» – nämlich, dass sich Homeoffice bei einem Grossteil der Firmen etablieren wird.

Führen auf Distanz

In unserer Blogreihe «Führen auf Distanz», welche ca. zweiwöchentlich erscheint, möchten wir die Implikationen von Homeoffice aufzeigen. Der Blick richtet sich insbesondere auf Aspekte der Organisationskultur und der Führung. In unserer Homeoffice Mindmap haben wir die einzelnen Themenbereiche skizzenhaft dargestellt.

Zum einen gibt es die Voraussetzungen technischer und rechtlicher Natur. Nicht selten stellt schon allein die Finanzierung zahlreiche Unternehmen vor ein grosses Problem – vor allem, wenn aufgrund der aktuellen Lage ganze Märkte und Kundensegmente weggebrochen sind.

Homeoffice verändert aber vor allem die Art und Weise, wie wir – effektiv(!) – zusammenarbeiten. «Copy/paste» von analog auf digital reicht nicht aus. Diverse Studien zeigen beispielsweise, dass Homeoffice ein bestimmtes Führungsverständnis erfordert: Weniger hierarchisch, mehr Mitsprache und Autonomie bei der Arbeitsgestaltung durch die Mitarbeitenden bis hin zu geteilter Führung, gestützt durch häufiges und aufgabenbezogenes Feedback, um Aufgabenklarheit sicherzustellen. Alles alter Kaffee? Machen wir sowieso schon seit dem letzten Workshop zu agilen Arbeitsmethoden? Vielleicht. Der Blick in die Unternehmen zeigt aber auch ein anderes Bild: Führungskräfte, die im Büro sitzen, selbst wenn von den Mitarbeitenden fast niemand da ist – quasi die «Leitungskaste» unter sich. Warum ist das so? Und warum bevorzugt eine Mehrheit der Mitarbeitenden Homeoffice, während Führungskräfte dem Konzept tendenziell eher ablehnend gegenüberstehen? Und was macht Homeoffice mit den Mitarbeitenden? Warum blühen einige auf und andere fühlen sich überfordert oder im schlimmsten Fall sogar überwacht?

Vertrauen als Basis

Diese Fragen haben viel mit Vertrauen zu tun. Vertrauen als Basis für eine gute Zusammenarbeit klingt einleuchtend, aber eben: einfach ist es nicht. Wir haben im Mindmap einige wichtige Aspekte herausgegriffen, die vertrauensbildend wirken: Transparenz, Fairness, respektvoller Umgang miteinander, Reziprozität im Sinne von Vertrauensvorschuss auf beiden Seiten und nicht zuletzt psychologische Sicherheit, also eine Fehlerkultur und ein offener Dialog: Man soll und darf Dinge ansprechen, ohne Sanktionen befürchten zu müssen.

Klingt nach viel Arbeit? Ist es auch! Aber wenn man Schritt für Schritt nimmt, verliert die Komplexität vielleicht ihren Schrecken und man merkt plötzlich, dass man sich als Organisation bewegen kann.

In dieser Blogreihe «Führen auf Distanz» zoomen wir immer wieder in die einzelnen Aspekte aus unserer Mindmap hinein und diskutieren diese mit verschiedenen Menschen – gerne auch kontrovers. Wir freuen uns auf den Austausch!

Ausblick: In unserem nächsten Blog wagen wir eine Annäherung und Konkretisierung des kryptischen Begriffs Vertrauen.

IHR ANSPRECHPARTNER

Monika Rohrer

Die Reflektierte

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